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Tibeter im Kreis Drango brutal von der Polizei zusammengeschlagen

September 20, 2017 by admin

Einheimische, die an einem friedlichen Gebetsritual teilnahmen, wurden willkürlich und grundlos von chinesischen Sicherheitsbeamten angegriffen.
Dabei wurden einige verletzt und mußten hospitalisiert werden.

Etwa zehn Tibeter, darunter ein Siebzigjähriger, wurden schwer verletzt, als chinesisches Sicherheitspersonal am 24. August im Bezirk Drango, TAP Kardze, Provinz Sichuan, auf sie eindrosch.

Einige Tibeter aus dem Dorf Gangrong, Gemeinde Tsogo, Bezirk Drango, trafen sich im hügeligen Gelände zu einem Gebetsritual mit anschließendem Picknick.
Plötzlich tauchten etwa 30 Sicherheitsbeamte aus Kardze auf und forderten sie auf, sich in einer Reihe aufzustellen und ihre Personalausweise vorzuweisen.

Für diese unerwartete Kontrolle wurde kein Grund genannt. Der Dorfchef rief bei der Gemeinde Tsogo an, um sich zu beklagen. Als er das Telefonat beendet hatte, fingen zwei der Sicherheitskräfte an, auf ihn einzuschlagen. Später stellte sich heraus, daß ein Beamter der Verwaltung von Kardze die Polizisten angewiesen hatte, die Tibeter zu schlagen und festzunehmen.

Obwohl die Tibeter ihre Angreifer zu beschwichtigen versuchten, fuhren diese fort sie zu schlagen, wobei etwa zehn Personen schwer verletzt wurden. Einer von ihnen war ein 70jähriger Mann, der in ein Hospital in Chengdu eingeliefert werden mußte, ein anderer trug eine gebrochene Rippe davon, während weitere Personen im Krankenhaus von Drango behandelt wurden.

Die betroffenen Tibeter wandten sich daraufhin schriftlich an die chinesische Zentralregierung, die Provinzregierung von Sichuan, die Präfekturverwaltung von Kardze und mehrere andere Behörden und verlangten eine Erklärung für den Vorfall. Sie schrieben: „Es ist uns immer noch völlig unklar, warum das Sicherheitspersonal von Kardze uns Tibeter schlug. Wir sind ein Land, das die Gesetze achtet, doch statt den Rechtsgrundsätzen zur Lösung eines Konflikts zu folgen, begann das Sicherheitspersonal von Kardze völlig grundlos uns zu schlagen, und das ist gesetzwidrig“.

Vor fünf Jahren, Anfang 2012, kam es bereits zu einem brutalen Vorgehen der Polizei in Drango. Damals schossen die Sicherheitskräfte auf die Protestierenden, wobei zwei Personen getötet und 34 verletzt wurden (1).
Damals hatten die Behörden minderjährige Mädchen, Verwandte der Getöteten, festgenommen, aber gaben den betreffenden Familien keine Auskunft über ihren Aufenthaltsort.

Ein derartiges brutales Vorgehen gegen unschuldige Tibeter ist nichts Ungewöhnliches und könnte leicht von der internationalen Gemeinschaft als die Norm gesehen werden, statt sie zu einer entschiedenen Reaktion zu bewegen. Die ehemalige Direktorin von Free Tibet sagte damals, daß die Hilferufe gewöhnlicher Tibeter außerhalb Tibets „auf taube Ohren fallen“ und die „internationale Gemeinschaft handeln muß“.

Unzählige tibetische politische Gefangene sind in chinesischen Gefängnissen eingesperrt. Viele befinden sich an geheimgehaltenen Orten, und die Behörden weigern sich, irgendeine Auskunft über ihren Aufenthaltsort oder ihren gesundheitlichen Zustand zu geben und lassen sie nicht ihre Verwandten
kontaktieren.

(1) 2. Februar 2012, Blutige Bilder der in Drango getöteten und verletzten Tibeter aufgetaucht, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2012/DrangoBilder_2.2.html

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer

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