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Nordkoreanerin schildert Zwangsabtreibungen – und wie Leichen an Hunde verfüttert werden

December 15, 2017 by admin

Das nordkoreanische Regime unterdrückt seine Bürger brutal - das ist kein Geheimnis. Doch konkrete Schilderungen des Horrors sind selten. Eine Nordkoreanerin berichtete jetzt vor dem Weltsicherheitsrat, was sie als Gefangene erlebte.

Nordkorea ist bekanntermaßen kein Staat, in dem die Menschenrechte besonders viel gelten. Die Vereinten Nationen beschreiben die Grausamkeit, mit der das nordkoreanische Regime unter Diktator Kim Jong Un die Menschen knechtet, als "beispiellos in der modernen Welt". So stand es im Abschlussbericht einer umfassenden Untersuchung des UN-Menschenrechtsrats von 2014.

Doch konkrete Schilderungen vor einer größeren Öffentlichkeit, wie es in den Gefängnissen des Landes zugeht, gibt es kaum. Einen Einblick in diese finstere Welt hat jetzt eine Nordkoreanerin geliefert. Ji Hyeon A beschrieb auf einer Veranstaltung des Weltsicherheitsrates ihr Schicksal mit grausamen Details. Russland und China hatten nach Angaben von Human Rights Watch versucht, die Zeugenaussage zu verhindern. Die Frau schilderte die unglaublichen Torturen von Frauen, die nach China fliehen, verhaftet und zurück in die Heimat geschickt werden. Dort werden die Überläuferinnen in Gefängnissen "repatrisiert". Dazu gehört, dass man die Frauen zur Abtreibung zwingt, sollten sie von einem Chinesen schwanger geworden sein. Nordkorea duldet keine "gemischtrassigen" Babys, wie "Fox News" berichtet.
Ji Hyeon A musste zwangsabtreiben

Ji Hyeon A floh drei Mal nach China, ebenso oft wurde sie dort verhaftet und zurückverfrachtet. Bei der letzten Rückführung war sie im dritten Monat schwanger. Sie musste das Kind in einer Polizeistation abtreiben, ohne dafür Medikamente zu erhalten. "Mein erstes Kind ging, ohne jemals die Welt gesehen zu haben", zitiert "Fox News" aus der Aussage von Ji Hyeon A: "Ich konnte mich bei meinem Kind nicht entschuldigen."
Viele andere Frauen teilten ihr Schicksal. "Schwangere Frauen wurden täglich zu harter Arbeit gezwungen. In der Nacht hörten wir Frauen schreien und die Babys starben, ohne jemals ihre Mütter zu sehen", berichtete sie. Laut Aussage von Ji Hyeon A war sie einmal in einem Gefängnis inhaftiert, wo Häftlinge verhungerten. Ihre Leichen verfütterte man an die Wachhunde.

Nordkorea ist ein Gefängnis

Ihre Schilderungen verband die Nordkoreanerin mit einem Apell an die Weltgemeinschaft, sich insbesondere für Überläufer einzusetzen, die besonders unter den grausamen Repressionen des Regimes leiden. Sie kritisierte China scharf für seine Praxis, Überläufer nach Nordkorea zurückzuschicken. Die kürzlich geflohenen Grenzsoldaten "repräsentieren den Drang nach Freiheit, die der Traum von 25 Millionen Nordkoreanern ist", sagte sie.

Der britische UN-Botschafter, Matthew Rycroft, lobte Ji Hyeon dafür, dass sie sich an die Öffentlichkeit gewandt hat. Zur Palette der Grausamkeiten, die im Sicherheitsrat diskutiert werden, gehören "Zwangsabtreibungen, Massenhinrichtungen, Schwerstarbeit, Vergewaltigungen. In diesem Rahmen bewegen sich die Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte Rycroft.

Tim Schulze - www.Stern.de

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